Puzzlestück

Wenn man sich völlig verschwitzt wieder voneinander löst und der Blick dich durchleuchtet, man den salzigen Geschmack noch auf den Lippen hat und die Zimmerluft stickig ist, fragt man sich vielleicht wie es überhaupt zu dieser Situation gekommen ist.
Ohne Hintergedanken hat man sich nett unterhalten, dann lasch zum Essen verabredet und dann hängt man aneinander, mit verknoteten Beinen im Bett, völlig verklebt von Schweiß und Speichel. Arm in Arm, ein Kuss nach dem anderen, man flüstert sich Kleinigkeiten zu und kichert, beißt beim Küssen zu und kratzt über Haut. So nah aneinander erkennt man nur noch verschwommen das Gesicht des anderen, wieder die Frage, wie es überhaupt zu dieser Situation gekommen ist.
Wenn man dann auf die Uhr schaut und einem erst klar wird, dass man die letzten vier Stunden in diesem Strudel aus körperlicher Nähe und Extase verbracht hat und es einem höchstens wie 30 Minuten vorkommt, fragt man sich kurz, ob das alles überhaupt Wirklichkeit ist.

Schon bei der Verabschiedung vermisst man einander, versucht noch eine kleine Nettigkeit zu sagen, nochmal umarmen, nochmal küssen. Egal, wenn alle zuschauen, alles egal. Noch ein bisschen Nähe, nochmal berühren und berührt werden.

Eine Stunde später sieht man dann die Nachricht "ich vermisse dich :(" und man antwortet mit "du fehlst mir".
Du fehlst mir, wie ein Puzzlestück.

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